Гёте - государственный деятель DE - Geothe

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Herzog
Karl August
und Goethe

Goethe als Staatsmann

Im Juni 1776 trat Goethe in Weimar in den Staatsdienst als Geheimer Legationsrat ein. Damit war er das jüngste Mitglied des dreiköpfigen Geheimen Rates.
    Der Geheime Rat Goethe hatte ab seiner Ernennung verschiedene Aufgaben inne. Er griff tätig in die Leitung der Regierungsgeschäfte ein, auch in solche, die er weniger gern übernahm wie das Kriegswesen.  Fragen des Bergbaus, der Forstwirtschaft, des Wegebaus, der Textilindustrie, des Heeres, der Staatsfinanzen, des Kultur- und Bildungswesens nahmen ihn in Anspruch, erforderten die Aneignung von Vorkenntnissen, verlangten Reisen durch Thüringen. Goethe schrieb später: „40 Jahre  zu Wagen, Pferd und Fuß Thüringen kreuz und quer durchwandert“. Er besuchte alle Städte des Herzogtums, verschiedene Orte im Land. Während seiner Reisen sprach Goethe mit vielen Menschen aus dem Volk. Er kannte die Not der Bauern und versuchte den Herzog dazu zu bewegen, die Steuern der Landesbevölkerung zu verringern. Bei Bränden in den Dörfern ritt Goethe mit dem Herzog zum Feuerlöschen.
     In den ersten 10 Jahren des Lebens in Weimar hatte Goethe fast keine Zeit für seine Literaturbeschäftigungen und andere Interessen. Die Tätigkeit für den Staat nahm ihn in Anspruch.

Bergbau


    Goethe war seit 1777 Leiter der Bergwerkskommission. Er hatte die Aufgabe, in Ilmenau ein altes, still gelegtes Bergwerk wieder zu reaktivieren in der Hoffnung auf eine reiche Silberförderung, die den Staat aus allen finanziellen Schwierigkeiten befreien sollte. In Ilmenau hielt er sich 28mal auf. Goethe arbeitete mit Bergbaufachleuten und verbrachte in Ilmenau insgesamt fast sieben Monate. Das Resultat entsprach aber nicht der Erwartung. Das ganze Unternehmen musste nach erheblichen Unkosten und jahrzehntelangen Bemühungen wieder fallen gelassen werden.

Wegebau

     1779 übernahm Goethe die Leitung zweier weiterer Kommissionen: der Kriegskommission und der Wegebaudirektion. Im Wegebau war sein Hauptziel die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur im Herzogtum: Ohne diese Maßname drohte der Handelsverkehr durch das Herzogtum auf andere Strecken auszuweichen, wodurch der heimischen Wirtschaft großer Schaden zugefügt werden konnte. Gute Straßen konnten aber neuen Handelsverkehr anziehen.  Die durch Geleit geschützten Straßen (Geleitstraßen), für deren Benutzung Gebühren an den Landesherrn entrichtet werden und die Landschaftskasse füllen mussten, wurden im Herzogtum Weimar bis zu dieser Zeit nur notdürftig ausgebessert und nicht ausgebaut. Dadurch verlor die Landschaftskasse bedeutende Geldsummen. Die meisten Straßen des Landes hatten keinen Steingrund und waren bei Regen und im Frühling, Herbst und Winter kaum passierbar. Auf den Straßen ereigneten sich viele Unfälle: Es gibt zahlreiche Berichte von Löchern, in denen ganze Fuhrwerke verschwanden, was zu Todesfällen von Fuhrleuten, Reisenden und Zugtieren führte. Für gefährlichste Straße galt die Straße von Weimar nach Jena.
     Die Lage änderte sich erst 1782.  In diesem Jahr begann der Ausbau der Straße Weimar – Jena. Die Arbeiten leitete Goethe einige Jahre: 1782 - 1786. Für den Ausbau dieser Straße wurden etwa 11 000 Taler verbraucht. Goethe sorgte dafür, dass die Haushaltsmittel effektiv gebraucht wurden und bemühte sich Ordnung in der Wegebauverwaltung des Herzogtums zu schaffen.
   Wichtig für die Wirtschaft des Herzogtums  war der Anschluss der Landessraßen an die Hauptverkehrswege Deutschlands. Unter Goethes Leitung wurden einige Straßen umgeleitet. Das verbesserte einigermaßen den Handels- und Postverkehr, trotzdem hatte Weimar bis ins 19. Jahrhundert hinein keine eigene Poststation.
      

 Staatshaushalt und Heeresreform


     Goethes Aufgaben als Kriegskommissar waren Rekrutenaufhebung, Unterhalten des Heeres und seine Kriegsbereitschaft. Als Kriegskommissar kam Goethe oft  nach Apolda  zur Rekrutenaushebung. Das Heer des Herzogtums Weimar bestand aus 570 Soldaten, verschlang aber riesige Geldsummen, wobei die Landschaftskasse (Finanzministerium) über keine großen Summen verfügte.  Dazu leerten die kostspieligen Passionen des Herzogs diese Kasse. Da Goethe rationalistisches Wirtschaftsdenken  hatte, forderte er den Herzog die Staatsausgaben unter dem Niveau der Einnahmen zu halten und die öffentlichen Ausgaben, besonders für die Hofhaltung, zu verringern. Er selbst setzte Truppenverringerung durch, indem der Soldatenbestand um 50 Prozent – von 570 auf 293 – reduziert wurde. Dadurch wurden erhebliche Einsparungen im Staatshaushalt erzielt.
  Der Herzog schätzte Goethe als  Finanzpraktiker ein und übertrug ihm die Funktion des Kammerpräsidenten (Finanzministers).
     Als Kriegskommissar sollte Goethe den Herzog im Kriegsfall an die Front begleiten. So sollte er 1792 in den Krieg ziehen, den die europäischen Monarchen gegen das revolutionäre Frankreich führten. Am 20. September 1792 erlebte er die Schlacht von Valmy an der Grenze zu Frankreich. Die berühmte Kanonade von Valmy machte auf Goethe einen großen Eindruck. An diesem Tag soll Goethe den Weimarern gesagt haben: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen“.
    Zum zweiten Mal folgte Goethe seinem Herzog 1793 ins Feldlager: das Heer des Herzogtums Weimar nahm an der Belagerung der Stadt Mainz teil, die von den Franzosen besetzt war und zurückerobert werden sollte. Acht Wochen dauerte die Belagerung, dabei wurde die Stadt hart beschossen, aber dann öffneten die Belagerten die Tore. In seinem Tagebuch schrieb Goethe über die Not, das menschliche Elend und die Zerstörungen dieser Wochen.  

Diplomatischer Dienst


     Als Staatsmann erfüllte Goethe auch einige diplomatische Aufgaben. Einige Male nahm er an den Verhandlungen des Herzogs mit den Fürsten oder Landständen anderer Fürstentümer teil. Der Herzog schätzte ihn als einen klugen Berater.
  1778 begleitete Goethe den Herzog während der Reise  nach Berlin. Der Herzog  war inkognito unterwegs, er reiste unter falschem Namen. Der Zweck der Reise war eine diplomatische Erkundung. Preußen wollte im weimarschen Herzogtum Rekruten für die militärische Aktion gegen Österreich anwerben. Es ging um den Konflikt, der später „Bayerischer Erbfolgekrieg“ genannt wurde. Osterreich hatte vor, einige bayerische Gebiete zu besetzen, aber der preußische König Friedrich II. wollte das nicht zulassen. Goethes Wunsch und der  des weimarschen Herzogs war die Souveränität und den Frieden in ihrem Herzogtum zu retten.
  Oft nahm Goethe an amtlichen Treffen in Erfurt teil. 1808 weilte er dort mit dem Herzog, der seit der französischen Besetzung auch Landesherr in Erfurt war. Goethe hatte  dort am 2. Oktober eine Audienz bei Napoleon. Dieses Treffen beeindruckte ihn sehr. Goethe wurde von Napoleon nach Paris eingeladen, um dort ein Stück über den Tod von Cäsar zu schreiben. Das war aber kein Wunsch von Goethe.

Kultur- und Bildungswesen


     Goethe war nicht nur für die Schulbildung, sondern auch für die Universität in Jena zuständig. Er beschäftigte sich mit dem Ausbau der naturwissenschaftlichen Fakultäten, beispielsweise mit der Gründung des ersten Chemielehrstuhls. Goethe  versuchte die Hochschule wissenschaftlich zu festigen, auszubauen und zu fördern.
  In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde ein Naturalienkabinett für die Universität erworben. Als Minister und Wissenschaftler wie auch als Privatperson war Goethe leitend, mitgestaltend und anregend an den wissenschaftlichen Sammlungen beteiligt. So wurden die anatomischen und mineralogischen Sammlungen erweitert und das Chemische Laboratorium, zoologische und botanische Kabinette, eine Sternwarte und die Tierarzneischule neu gegründet.
     Eine der größten Leistungen von Goethe war die Umwandlung des Lustgartens in einen botanischen Garten im Jahre 1794. Damit  bekam die Universität eine neue Versuchs- und Lehrstätte.

      Ab 1802, aber vor allem in den Jahren 1817 bis 1824, war Goethe mit der Universitätsbibliothek beschäftigt, es wurden die 56000 Bände geordnet, das erleichterte die Nutzung dieser Bücher.
     In den Fachrichtungen Botanik, Chemie und Mineralogie führte Goethe neue Lehrstühle ein, aber sein besonderes Interesse galt dem Naturwissenschaftlichen Museum und der Bibliothek, für welche er energischen persönlichen Einsatz zeigte.
     Auch wenn Goethes Leistungen groß waren, so wurden sie in ihrer Entwicklung gehemmt. Ein Krisenjahr erlebte die Universität im Jahre 1803 als zahlreiche Professoren sie verließen. Grund für diese Entwicklung waren die völlig ungenügenden Mittel und das wenige Interesse des Fürsten an seiner Universität. So wurden für den Wiederaufbau des Schlosses in Weimarer wöchentlich oft mehr als 4.000 Taler ausgegeben, aber ein ordentlicher Professor bekam nur 200 bis 500 Taler Gehalt im Jahr. Außerordentliche Professoren und Privatdozenten waren auf die Gnade des Fürsten angewiesen. Sie lebten in drückender Armut, einige von ihnen hungerten. Friedrich Schiller erhielt als außerordentlicher Professor der Geschichte von Carl August einen Hofratstitel, aber vorerst kein Gehalt. Aber gerade die außerordentlichen Professoren waren es, die den guten Ruf Jenas begründeten. Goethe bemühte sich die Situation zu verbessern, die Verhältnisse waren jedoch nicht zu ändern.      
      1815 wurde in Jena eine neue patriotische Studentenvereinigung - die Burschenschaft gegründet. Ihre Mitglieder  waren zum Kampf für die nationale Einheit Deutschlands bereit. Das Wartburgfest am 18. Oktober 1817, an dem die Studenten gegen die Reaktion und für die Vereinigung Deutschlands auftraten, ging im Wesentlichen von der Universität Jena aus und erregte das Misstrauen konservativer deutscher Regierungen. Der Protest der Jenaer Studenten trieb die Universität in eine neue Krise. Goethe, zuständig für die Hochschule, vermittelte zwischen den Studenten und dem Herzog, und die Studenten wurden vom Herzog nicht bestraft. Aber in der Periode der Reaktion in Deutschland wurden die Studenten und Professoren unter die Polizeiaufsicht gestellt.
      Neben seinen amtlichen Pflichten hatte Goethe ein ganz spezielles Verhältnis zu Jena. In Jena lernte Goethe viele hervorragende Menschen kennen, hier befreundete er sich mit Friedrich Schiller. In Jena arbeitete Goethe auch an einigen seiner Werke. Goethe verstand Jena "immer als geistige Ergänzung zum Hof in Weimar". Er hielt sich in Jena 50mal auf, insgesamt verbrachte er dort 5 Jahre. Oft war es eine Art Flucht von der steifen Welt des Weimarer Hofes. In Jena schrieb Goethe seine "Farbenlehre", das autobiographische Werk "Dichtung und Wahrheit" und einige Balladen.

Theaterleitung


    Nach Goethes Ankunft in Weimar 1775 belebte sich  das Theaterwesen in der Stadt.  Dadurch gewann Goethe die Herzogsmutter für sich, denn Anna Amalia liebte das Theater sehr. Deshalb wurden bald erste Liebhaberaufführungen vorbereitet. Einige Stücke für das Theater schrieb Goethe selbst. Am 4. Juni 1776  wurde erstmals das Stück „Erwin und Elmire“ von Goethe aufgeführt. Die Musik zu diesem Stück komponierte Anna Amalia. Die Regie führte Goethe. Alle Rollen übernahmen die Menschen aus der Hofgesellschaft, als Akteure traten auch der Herzog, sein Bruder und auch Goethe selbst auf.
1791 übernahm Goethe die Intendanz des neu gebauten Hoftheaters und behielt dieses Amt 26 Jahre lang inne. Im Hoftheater wurden viele Theaterstücke von Goethe und Schiller aufgeführt.  Dank Goethe erhielt Weimar den Ruf einer Theaterstadt.





Goethe
in der Weimarer
Gesellschaft

 
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